Zurheide – Der Alles-anders-Macher

Mit Millionenaufwand hat Zurheide einen der spektakulärsten deutschen Supermärkte eröffnet. Sein Risiko ist hoch. Doch er sieht darin die einzige Möglichkeit, gegen Amazon und Co. zu bestehen.

„Ich kenne keinen anderen Kunden, bei dem es möglich wäre, so viele innovative Elemente auszuprobieren“, sagt Luca Viglianti, Art Director der Schweizer Ladendesign-Agentur Interstore, die zusammen mit Zurheide das Düsseldorfer Projekt entwickelt hat.

Zurheides wagen auf einer Großfläche in der Düsseldorfer Innenstadt ein Experiment, für das selbst den Inhabern noch der richtige Begriff fehlt. Auf zwei Etagen kombinieren sie Lebensmittelgeschäft, Eigenproduktion und Gastronomie – ein Erlebnis nicht nur für Gourmets.

„Wir wollen keine Trends mitgehen, sondern neue anstoßen“, sagt Rüdiger Zurheide. Ein Satz, der gut zusammenfasst, welchen Anspruch der 38-Jährige, sein Bruder Marco (39) und Vater Heinz Zurheide (65) sets bei ihren Projekten haben.

Im November hat das Frischeparadies in Fürth eröffnet, die zehnte Niederlassung in Deutschland. Ursprünglich waren die Frischeparadies-Märkte, die seit 2015 zum Schweizer Großhandelsunternehmen
Transgourmet gehören, auf die Belieferung der gehobenen Gastronomie spezialisiert.

Nach und nach haben sich die Märkte dem Endverbraucher geöffnet. Das zeigt sich auch in der Gestaltung der Fürther Niederlassung: ein Shop-in-Shop Konzept, das in den ebenfalls neu gestalteten Markt des Großhändlers Selgros integriert ist.

Mit über 10’000m² Gesamtfläche, mehr als 60’000 Artikeln, besonderen Gastronomien und exklusiven Gourmet-Events bietet Zurheide in seinem neuen Flagship-Store im Crown-Komplex an der Berliner Allee in Düsseldorf seit 22. März ein vollkommen neues Einkaufserlebnis.
Noch grösser, auf 2 Etagen und mit einzigartigen Produkten ist Zurheide immer noch ein Supermarkt. Ein Supermarkt mit Restaurant auf Sterneniveau und unterschiedlichsten Gastronomiekonzepten – etwas, das es in dieser Form bisher nicht gab.

Die Nachfrage nach frischen Produkten und der Trend in Richtung Service und Gastronomie macht auch vor den großen Cash & Carry Giganten wie Selgros nicht Halt. Eine Antwort darauf ist der neue, 8‘700m² große Selgros Markt in Piaseczno, einem Vorort von Warschau.
Erstmals in Polen erwarten die Kunden hier Bedientheken für Fleisch, Wurst und Käse sowie ein neues Gastronomiekonzept auf der Verkaufsfläche.

Carrefour Market, Madrid
Wenn es um Einrichtungskonzepte für den Lebensmitteleinzelhandel geht, gilt nicht nur in Deutschland der Wochenmarkt als Maß aller Dinge. Auch in Spanien hat sich bei der Gestaltung von Supermärkten das Ideal des mediterranen Frische-Umschlageplatzes durchgesetzt.

REWE 2020, Weil am Rhein
Wer für den Wandel im Lebensmittelhandel nach Leitmotiven sucht, landet immer bei Frische, Regionalität und Aufenthaltsqualität. Auch Deutschlands zweitgrößtes Branchenunternehmen REWE setzt für seine Standorte auf diese Werte.

Paris, die charmante Metropole des Stils und der Kultur, ist die europäische «Crossroad» zwischen Tradition und Moderne, zwischen global und ursprünglich. Paris ist eine Herausforderung, und Schweitzer und Interstore lieben Herausforderungen.

Für die Realisierung des neuen Carrefour Marktes im Herzen von Paris hat Interstore eine völlig neue Formensprache entwickelt. Charakterstark und persönlich präsentiert sich der neue Citymarkt des internationalen Unternehmens auf 2‘000m² und zwei Ebenen.

Extracoop nennt sich ein neues Marktkonzept der italienischen Coop Alleanza 3.0, das in Sortimentsmix, Struktur und Design von den bekannten Pfaden abweicht. Die Frische der Ware und deren klare und lesbare Inszenierung stehen an vorderer Stelle. Davon kann auch die grüne Branche lernen.

Die Frischezone bildet das Herzstück des Marktkonzeptes. Dazu gehören die Obst- und Gemüseabteilung, die zentral in der Mitte der Verkaufsfläche umeinander positioniert sind.

Einrichtungselemente, die kein klassischer Ladenbau sind, sondern vom Flohmarkt, aus Antiquitäten-Läden, ehemaligen Industrieanlagen oder den eigenen Archiven stammen, liegen im Trend. Auch Recyceltes ist zunehmend dabei. Wie integriert man diese Stücke in das Storedesign?

Dietmar Platzgummer, Senior Designer der Designagentur Interstore aus Zürich, meint: „Gerade größeren Abteilungen können diese Einzelobjekte mehr Aussage verleihen. Damit sie allerdings wirklich einen bleibenden Ein­druck hinterlassen, sollten sie je nach Typus bewusst allein beziehungsweise mit Freiraum inszeniert und nicht zu sehr mit Ware belegt werden.“

Nichts Geringeres als die Wiedergeburt des SB-Warenhauses hat sich der italienische Händler Coop mit seinem neuen Format Extracoop vorgenommen. Ausgerechnet mit einem tieferen Nonfood-Angebot soll die Großfläche ihren Umsatz kräftig steigern.

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